Bayern will Dzeko - Gomez und Tymoshchuk als Tauschobjekt
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Eigentlich gilt Edin Dzeko nach einem Machtwort von Wolfsburg-Manager Dieter Hoeneß als unverkäuflich. Transfergerüchte halten sich aber hartnäckig und plötzlich gelten die Bayern mit einem Tauschgeschäft als Favoriten. 90elf.de bewertet die Chancen für diesen spektakulären Deal.
Der kicker berichtet in seiner aktuellen Ausgabe über Pläne in München und Wolfsburg, in deren Mittelpunkt die Namen Edin Dzeko, Mario Gomez und Anatoliy Tymoshchuk stehen. So soll der bosnische Stürmer in den kommenden Tagen zum Deutschen Meister wechseln. Die Bayern sind aber nicht bereit, eine Ablöse jenseits der 40 Millionen Euro zu zahlen, deshalb sollen die im Kampf um einen Stammplatz aussichtslos hinten liegenden Gomez und Tymoshchuk im Gegenzug nach Wolfsburg transferiert werden.
Der Dreiecks-Transfer, der gemessen an den Marktwerten der Spieler ein Gesamtvolumen von knapp 60 Millionen Euro hätte, soll zur Chefsache im Hause Hoeneß erklärt worden sein, auch wenn Bayern-Präsident Uli nicht mehr im Tagesgeschäft tätig ist.
Auffällig ist in jedem Fall, dass sich sowohl Bayern-Trainer Louis van Gaal ("Edin ist ein wertvoller Stürmer, ich interessiere mich für ihn") als auch Manager Christian Nerlinger ("Ein interessanter Spieler") in den vergangenen Tagen lobend zu Dzeko äußerten und der Bosnier in den vergangenen Wochen immer mal wieder in München weilte. 90elf.de analysiert die Möglichkeiten für einen solchen Wechsel und stellt fest, dass es nur Gewinner gibt.
Edin Dzeko
Das Theater um den Stürmer zieht sich wie Kaugummi. Bis Ende Mai hätte Dzeko den Club wegen einer Option in seinem Vertrag für 40 Millionen Euro verlassen können, aber die angeblichen Interessenten (Manchester City, AC Mailand) konnten oder wollten diese Summe nicht zahlen. Danach beendete Wolfsburg die Spekulationen und erteilte einem Transfer eine Absage, Dzeko selbst wurde aber nicht müde, seinen Wechselwillen zu unterstreichen.
Der Höhepunkt war eine durch die Blume ausgesprochene Erpressung ("Man muss sehen, wie ich spiele, wenn ich bleiben muss") - Dzeko will nicht in Wolfsburg spielen, vor allem, weil er auch kommende Saison international spielen möchte. Dzekos Wunsch würde somit erfüllt werden, er könnte in einem Club spielen, der regelmäßig Champions League und mit der aktuellen Entwicklung sogar um drei Titel spielt.
VfL Wolfsburg
Dieter Hoeneß bekam für seine unmissverständliche Ansage in Richtung Dzeko und Zvjezdan Misimovic viel Lob. Aber auch der Wolfsburg-Manager weiß, wie das Geschäft funktioniert. Die Macht der Spieler wird immer größer und auch wenn das kein wünschenswerter Trend ist, einen für die Mannschaft so wichtigen, aber unzufriedenen Spieler möchte kein Trainer der Welt eine ganze Saison durchschleppen.
Und der Ersatz kann sich durchaus sehen lassen. Auch wenn Mario Gomez in der deutschen Öffentlichkeit einen schlechten Stand hat, so hat er in Stuttgart doch über einen langen Zeitraum unter Beweis gestellt, welch großartiger Stürmer er sein kann. Bei den Bayern fehlten Gomez vor allem zwei Dinge: Vertrauen und Selbstbewusstsein. Setzt der neue Trainer Steve McClaren voll und ganz auf Stoßstürmer Gomez, wird das Selbstvertrauen schnell wiederkommen.
Zudem könnten die Wölfe eine weitere Lücke im Kader schließen. McClaren plant im Mittelfeld einen Systemwechsel und würde gerne mit Doppelsechs spielen, neben dem gesetzten Josué fehlt aber noch der offensivere Part und Anatoliy Tymoshchuk könnte diese Rolle durchaus übernehmen. Die starre Haltung nach der abeglaufenen Frist von Dzeko hat gezeigt, dass es dem VfL mit dem potenten Geldgeber VW im Rücken nicht ums Geld geht. Die sportliche Perspektive sollte im Fall Gomez/Tymoshchuk aber den Ausschlag für ein Umdenken geben.
Mario Gomez
Hinter Mario Gomez liegt ein Jahr mit zwei Titeln, dem verlorenen Champions League-Finale und dem dritten Platz bei der WM in Südafrika. Der Beitrag des Stürmers für diese überragende Ausbeute hielt sich aber in Grenzen, bei den Bayern war er nach gutem Beginn kein Stammspieler mehr und während der WM konnte man glauben, Gomez habe alles verlernt.
Nun startet er verspätet in die Vorbereitung der Bayern und wird es schon alleine deswegen schwer haben, in die Nähe eines Stammplatzes zu kommen. Van Gaal weiß, was er an Ivica Olic und insbesondere Thomas Müller hat, nach der guten WM ist sogar Miroslav Klose an Gomez vorbeigezogen. Dem 25-Jährigen droht eine weitere Saison in der Versenkung, zumal ihm das System der Bayern mit der dominanten Spielweise und den gerne nach innen ziehenden Außen Arjen Robben und Franck Ribéry einfach nicht liegt.
Gomez hat bisher einen Wechsel stets ausgeschlossen, wenn ihm Van Gaal nach seiner Rückkehr aber die Chancenlosigkeit im Kampf um einen Stammplatz unterbreitet, sollte ein Umdenken stattfinden. Wolfsburg klingt auf den ersten Blick wie ein Rückschritt, aber möglicherweise ist der nächste Karriereschritt des Mario Gomez nur so möglich.
Anatoliy Tymoshchuk
Deutlicher hätte die Ansage, die Van Gaal gegenüber dem kicker in Richtung Tymoshchuk gemacht hat, nicht sein können. "Ich finde, wenn ein Spieler nicht spielt oder seine Perspektiven nicht hoch sind, würde ich zu einem anderen Verein gehen." Der Ukrainer ist praktisch ohne Chance auf Spielzeit, nur wenn sich Kapitän Mark van Bommel oder Bastian Schweinsteiger verletzen, könnten die Chancen steigen. Aber selbst dann steht mit Danijel Pranjic, David Alaba und vielleicht auch Toni Kroos jede Menge Ersatz bereit, der Tymoshchuk das Leben schwer machen wird.
Tymoshchuk möchte nach einem schwierigen Jahr, in dem er auch noch mit privaten Sorgen kämpfen musste, wieder mehr spielen und Wolfsburg kann ihm das garantieren. Zudem gehören die Wölfe zu den Teams, die ernsthaft um die Europa League- oder sogar Champions League-Plätze spielen werden, die Perspektive stimmt also auch.
FC Bayern
Auf den ersten Blick macht das Geschäft für die Bayern am wenigsten Sinn. Tauschgeschäfte zwei gegen eins sind immer zunächst ein Verlust, zudem könnte sogar noch eine zusätzliche Ablösesumme fällig werden. Aber bei genauerer Betrachtung verliert Van Gaal zwei Spieler, die über Jokereinsätze nicht hinauskommen werden. Und er gewinnt einen Stürmer, der perfekt zu den Bayern passt.
Dzeko ist ein schon jetzt fast kompletter Stürmer. Der Bosnier ist schnell, kombinationssicher, hat eine überragende Schusstechnik und kann auch per Kopf treffen. Eine Offensive mit Robben, Ribéry, Müller und Dzeko könnte auch in Europa für Furore sorgen, zumal Van Gaal mit Olic, Kroos und Klose drei weitere Optionen in der Hinterhand hätte.
Marcus Krämer
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